Havelland |
Westlich
von Berlin und Potsdam befindet sich das Havelland. Geografisch ist es das U zwischen
Oranienburg im Nordosten und Rhinow im Nordwesten, das von der Havel umflossen
wird. |
In
dem Dorf Paretz steht seit 1798 das Sommerschloss des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau Luise. Nach einer Restaurierung wurde es
2002 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. |
Hinter
dem Schloss befindet ein Garten mit sehr alten Platanen, und rechts vor dem Haus
sind Kutschen und Schlitten aus dem Hause der Hohenzollern zu bewundern. Das Schloss,
gebaut von David Gilly, ist im wesentlichen geprägt von der Königin, die das Landleben
der großen Stadt Berlin vorgezogen hatte. |
Erhalten
sind die berühmten Tapeten. Es ist bemaltes starkes Papier. Das linke Bild ist
im Gesellschaftssaal, das rechte im Gartensaal. das mittlere gehörtein das
Schlafzimmer der Königin. Diese Tapeten machen das Schlösschen sehenswert.
Zu Anfang 19.Jh. war das Tapezieren der Räume noch nicht allgemein üblich. Das
war zu allererst eine Frage der Drucktechnik |
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Das
kleine Dorf hatte bereits seit dem 12.Jh. eine Kirche. Das bedeutet, dass hier
schon lange vor dem Schlossbau Landwirtschaft betrieben wurde. Gebäude eines Gutes
sind noch vorhanden und werden auch genutzt. Die königlichen Stallungen, im gleichen
Stil erbaut wie die Kirche mit ihren gotischen Anklängen, sind jetzt das kulturelle
Zentrum des Dorfes, sprich Restaurant mit Tanzsaal. Die Kirche wird restauriert.
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Kirche von Paretz |
Im Havelländischen Luch liegt Das Dorf Nennhausen (im Nusswinkel) mit seinen 1000 Einwohnern. Es hat seinen Beinamen von den vielen Haselnusssträuchern früherer Jahre. Erstmals erwähnt wurde es 1394, als es noch dem Bischof von Brandenburg gehört hatte. Nach der Reformation gab der Große Kurfürst das Dorf als Lehen dem Befreier Rathenows von den Schweden, dem Jacob Friedrich von Briest. 1735 wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen, und gleichzeitig wurde der Park im Stil des damals bevorzugten Barock angelegt. 1803 heiratete Friedrich de la Motte Fouqué (1777 - 1843) Caroline v.Rochow, die letzte Vertreterin der Familie v.Briest. Bis 1830 lebte er in Nennhausen und machte das Schloss zum Musenhof für die Romantiker jener Zeit. Er selbst ist bekannt geworden durch das Märchen Undine, das dann von Lortzing und E.T.A.Hoffmann vertont wurde. Auch der Text des Liedes Frisch auf, zum fröhlichen Jagen stammt von ihm. |
1860
hat Ferdinand von Arnim dem Schoss den Tudor-Stil gegeben, und der 40 ha große
Park wurde in einen Landschaftsgarten umgewandelt. Nach dem Krieg wurde das Schloss
Volkseigentum, und es diente als Wohnung für Flüchtlinge, als Schule und Kindergarten,
und es beherbergte den Rat der Gemeinde und die Sparkasse. Jetzt ist es wieder
in Privatbesitz, wurde bis 2001 restauriert und beherbergt das Standesamt. |
Der
Park, vorwiegend Laubbäume, wird bis zu seiner Wiederherstellung noch einige Jahre
benötigen. Die steinerne Urne ist immerhin schon erneuert. Im Gärtnerhaus, dem
restaurierten Fachwerkgebäude am Anger, ist eine Ausstellung über Fouqué zu sehen.
Die Dorfbewohner leben heute mit dem Schloss ebenso wie mit dem Obelisk zu Ehren
der im Kampf gegen die Naziherrschaft gefallenen Rotarmisten. |
Die Kirche des Dorfes stammt aus dem Jahr 1613 und ist äußerlich unauffällig.
Will man ins Innere, und das sollte man, muss man sich einen Schlüsselgewaltigen
aus der Küsterei holen. Aus Alabaster und Marmor ist dieses Relief gestaltet.
An der Wand gegenüber sind alte Grabplatten zu sehen. Daneben hängen Schwert und
Schild von Fouqué. Auf dem Kirchhof werden Gräber sowjetischer und deutscher Soldaten
gepflegt. Dieses Gebiet gehört zum Naturpark Westhavelland. Die Landschaft ist
geprägt von großen Feldern und Wäldern. Broterwerb gibt es vorwiegend in der Landwirtschaft.
Junge Leute verlassen die Gegend. Die Arbeitslosigkeit beträgt bis zu 30 %. | ![]() |
Ribbeck
ist ein kleines Dorf an der B 5 gleich hinter einem "Starkasten". An seinem Ortseingangs-
schild steht ein touristischer Hinweis mit der Aufschrift "Kirche" und "Birnbaum".
An eben jenem Birnbaum sahen wir eine Touristengruppe aus Nordrhein-Westfalen,
die gespannt einer Geschichte lauschte: |
Herr von Ribbeck | Auf
diesem Gut lebte um 1700 ein Herr von Ribbeck, der ein sehr freundlicher Mann
war. Stets hatte er die Taschen voller Birnen, um sie den Kindern zu schenken
und ihnen eine Freude zu machen. Sogar nach seinem Tode sorgte er noch für die
Dorfjugend. Als er starb, vergaß man seine Taschen zu leeren, in denen sich noch
Birnen befanden. Und nach einigen Jahren wuchs aus seinem Grab neben der Kirche
ein Birnenbaum hervor, an dessen Früchte sich wieder die Kinder erfreuen konnten,
weil der Baum keinem Dorfbewohner gehörte. Vor vielen Jahren hat ein mächtiger
Sturm den alten Baum umgeworfen. Doch nun wächst ein neues Bäumchen an seiner
Stelle aus der alten Wurzel heraus. Wenn dieser Baum groß geworden ist, wird er
wieder den Jungen und Mädchen in Ribbeck Birnen schenken. |
Ein Birnenbaum steht neben der schön restaurierten Kirche. Der alte Berinbaum wurde am 20. Februar 1911 von einem Orkan geknickt. Die von Ribbecks hatten im vergangenen Jahrhundert mit dem Staat wenig Glück. Einer wurde von den Nazis im Konzentrationslager umgebracht, die Überlebenden wurden nach dem 2.Weltkrieg im Zuge der Bodenreform enteignet. Der letzte Nachkomme derer von Ribbeck lebt in einem neuen Haus gegenüber dem Schloss, das seit den 50-er Jahren als Alten- und Pflegeheim diente, jetzt aber restauriert wird. |
Dieses ehemalige Gutshaus, in der DDR
als Schloss Havelland bekannt, gehört jetzt dem Kreis Havelland und steht mit
seinen 6000 Quadratmetern Park für 104 000 € zum Verkauf. Dem Verkäufer ist es
egal, ob in dem Haus ein Luxushotel, ein Restaurant oder eine Privatklinik eingerichtet
wird, man erhofft sich einen Beitrag zur Entwicklung der strukturschwachen Region.
Bedingung ist, dass ein Teil des Gebäudes öffentlich zugänglich bleibt, etwa für
eine Fontane-Ausstellung. Fontane kam bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg
wohl auch in diese Gegend, hörte von der Sage oder kam sogar in Kontakt mit den
Ribbecks. 1889 veröffentlichte er seine Ballade: |
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand, und kam die goldene Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit, da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl, der von Ribbeck sich beide Taschen voll, und kam in Pantinen ein Junge daher, so rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?" Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn, kumm man röwer, ick heb ne Birn." ... So spendet Segen noch immer die Hand des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. |
Neues Haus der letzten Ribbecknachkommen |
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