Ausflug ins Ruppiner Land
 
Gut Zernikow
Dieses ehemalige Gut versucht seinen Verfall durch Hinwendung zum Tourismus aufzuhalten. Angeboten werden jetzt z.B. Ferienwohnungen und an jedem letzten Wochenende im Juli ein Maulbeerfest. Die Geschichte geht allerdings auf das 15.Jahrhundert zurück, als die Zernikows Bürger von Neuruppin waren. Der Ritter Joachim von Zernikow war um 1500 Hofmeister des Grafen Wiedemann von Ruppin. 1524 erhielt er die Lehensbe- stätigung für das Dorf, die 1644 vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm noch einmal bestätig wurde. Nach längeren Wirren und Konkurs kaufte der Kronprinz Friedrich 1737 das Anwesen und schenkte es, als er König von Preußen war, 1770 Michael Gabriel Fredersdorff. Seit 1776 gibt es die Maulbeerbaum-Allee. 1892 ging es in den Besitz der Familie von Arnim über.

Gutshaus mit Modell der Anlage

Teil des Gutshofes

Nach dem 2.Weltkrieg wurde das Gut enteignet, das Land in der Bodenreform Umsiedlern und landarmen Bauern gegeben. 1994 ist die gesamte Anlage mit Dorfkirche und Erbbegräbnis in die Denkmalliste aufgenommen worden.
   

Maulbeerbaum

 

Dorfstraße mit Erbbegräbnis

Ferienwohnungen

 
   
Himmelpfort  
Das ist ein kleines Dorf mit 550 Einwohnern, eingemeindet in die Stadt Fürstenberg/Havel. Aber dieses Dorf ist nicht nur Anziehungspunkt für viele Erholung Suchende, es ist auch weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Der Ort entstand 1299 mit dem Zisterzienserkloster, einer Tochterniederlassung des Klosters Lehnin. Schon 1925 war es Luftkurort und besonders bei Wassersportlern beliebt.
  

Moderitzsee

Schleuse zum Stolpsee

Im Norden grenzt der Moderitzsee an den Ort und im Süden der Stolpsee. Eine Schleuse verbindet beide Seen. Dort laden auch Restaurants ein. In Höhe dieser Schleuse ist die Ruine der Klosterkirche völlig mit Efeu bewach- sen, und daneben steht die evangelische Kirche. Daneben wurde 2004 ein Labyrinth angelegt. Nach christlicher Vorstellung ist der Gang auf dem kreuzungsfreien Weg ein Gebet mit den Füßen oder eine Pilgerreise nach Jerusalem.
Das Brauhaus des ehemaligen Klosters ist 2010 total abgebrannt und steht als Ruine an der Hauptstraße, die die Ruine vom klösterlichen Kräutergarten trennt. Wer aus seiner heimischen Küche nur Petersilie und Schnittlauch kennt, ist hier von der Vielfalt der Gewächse und den verwirrend vielen Namen überrascht. Wer kosten will, kann es mit einem Kräuterlikör machen oder Töpfchen mit kleinen Pflanzen für die eigene Küche erwerben. Die Dame mit dem weißen Hut bezeichnete sich selbst als Kräuterhexe.
Dies alles hat vielleicht 2002 die staatliche Anerkennung als Erholungsort eingebracht. Aber über die Grenzen Deutschlands hinaus har der Weihnachtsmann das Dorf bekannt gemacht. In der Adventszeit gibt es hier ein Weihnachts- postamt, und das kann man sogar im Sommer spüren. Im Weihnachtshaus gibt es ein Café, das gar nicht weihnachtlichen Kuchen anbietet, aber dahinter, im Hof, ist sein Stuhl geschmückt. Kinder aus aller Welt schicken in der Vorweihnachtszeit ihre Wunschzettel hierher. Im Jahr 2006 waren es 279 000 aus 80 verschiedenen Ländern. 180 000 wurden auch beantwortet. Das Sonderpostamt hat natürlich auch einen Sonderstempel. Das ist sicher mehr Arbeit für die Himmelpforter als nur die urlauberlose Zeit zu überbrücken.

Eingang zum Weihnachtshaus, im Sommer Café

  
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